Kontemplation und Monotheismus: Die Unverzichtbarkeit der Irrelevanz.

Anbetung in einer gewalttätigen Welt.

Der Dreh- und Angelpunkt der Entdeckung oder: wie die „schwule Sache“ für die katholische Kirche eine gute Nachricht ist.

Loslösen des Schwulen Bewusstseins
Wenn das Evangelium irgendetwas besagt, dann ist es, dass die Gute Nachricht über Gott eindeutig ist, dass es in Gott kein Wenn und Aber gibt, dass Gottes Liebe bedingungslos ist. Und das bedeutet insbesondere, dass es in Gott keine Zwickmühlen gibt. Dass Gott möchte, dass unser Begehren frei fließt, lebensspendend und ungehindert, denn im Fluss des Begehrens werden wir ins Leben gerufen.

Einige Gedanken zur Sühne und Versöhnung
In unserer modernen Welt klingt das nicht nach einem großen Kontrast, da wir eine verarmte Vorstellung von der Liturgie haben. Dabei sind wir uns gar nicht bewusst, wie sehr unser Beharren auf der Idee der Theorie unser Leben erschwert. Tatsächlich bedeutet die Interpretation von Sühne und Versöhnung als Theorie, dass es sich um eine Idee handelt, die verstanden werden kann – und wenn man sie erst mal verstanden hat, dann „hat” man sie. Während dagegen Liturgie etwas ist, was mit und an einem geschieht. Ich möchte noch einmal zurückgreifen und etwas von dem erhellen, worum es bei der Liturgie der Sühne und Versöhnung ging, denn wenn wir das verstehen, können wir besser nachvollziehen, was mit den Worten „Sühne“ und „Erlösung“ ausgesagt werden soll.

Brokeheart Mountain: Eine Betrachtung des Monotheismus, der Idolatrie und des Himmelsreichs
Woran mir stattdessen liegt ist es, eine hypothetische Frage zu stellen: „Stellen wir uns bitte einmal vor, rein hypothetisch, dass es wahr sei, dass schwul bzw. lesbisch zu sein einfach eine normale, nicht-pathologische, in einer Minderheit der Menschheit vorkommende Variante ist. Welchen Einfluss hätte dies auf die Diskussionen über die Beziehung zwischen Glaube und Vernunft in unseren jeweiligen religiösen Gruppierungen? Anders ausgedrückt, schlage ich einen Testfall vor: wie sähe es aus, wenn unsere Gruppe sich mit ihren eigenen Kriterien in diesem Bereich auf einen Lernprozess einließe? [...]

Gebet: eine Fallstudie in mimetischer Anthropologie
Eine der merkwürdigsten Eigenschaften der sonderbar unter-religiösen, als Neues Testament bekannten Textsammlung ist, wie wenig darin vom Beten die Rede ist. Wenn man in Betracht zieht, dass das Almosen spenden, beten und fasten in der Regel die sichtbaren Pfeiler dessen sind, was wir „Religion“ nennen, ist es eigentlich seltsam, wie wenig sich das Neue Testament damit befasst. Die einzige Stelle, an der alle drei mit einiger Sorgfalt behandelt werden, sind die ersten vierzehn Verse des sechsten Kapitels des Matthäusevangeliums. Und dort erfahren sie, wie ich zu zeigen hoffe, schwerwiegende Relativierung. Sie sind vollständig einem durchdringenden Verständnis der Funktionsweise des Begehrens untergeordnet und werden von ihm neu interpretiert. [...]

Brief an einen jungen schwulen Katholiken
Carissimo,
was für ein Privileg, dass ich die Chance habe, dir zu schreiben! Es ist so groß, dass ich das Wort „du“ noch ein bisschen auskosten möchte. Und ich möchte dich bitten, dir klar zu machen, wie neu diese Anrede ist und wie offen! [...]


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